Selbstgemachte Medizin aus Küchenkräutern: Rosmarin – Tinktur und Heilwirkung

Heute hatte ich wieder einen schönen, intensiv duftenden Kräuterbund in meiner Biokiste: Rosmarin.

Rosmarin ist nicht gerade das Kraut was ich am allermeisten in der Küche benutze…
Na klar! Für Rosmarinkartoffeln, helle Pastasaucen, Ofengemüse.. aber dann hört es bei mir auch schon auf mit den Rezeptideen…fast…

DSC_0456_rosmarin

Das Kraut für starke Frauen
Umso häufiger empfehle ich Rosmarin in meiner Praxis als Heilkraut und vor allem bei Frauen.
Tatsächlich ist Rosmarin eine Pflanze, die mit Frauen assoziiert wird:
In Griechenland z.B. erzählte mir eine Frau, daß es sprichwörtlich heisst:
Wenn ein großer starker Rosmarinbusch im Garten wächst, hat die Frau im Haus das Sagen!
Wohlgemerkt wächst in Griechenland und anderen warmen Ländern, der Rosmarin zu einem großen Busch heran, mit einem dicken hölzernen Stamm. Allerdings nur, wenn die Frau im Haus dominant ist! 😉
In der griechischen Sprache kommt im Namen Rosmarin sogar das Wort „Baum“ vor.

Hier in Hamburg auf meinem Balkon, hat mein Rosmarin im Topf zwar den Winter überlebt, aber leider und komischerweise nicht den Frühling.
Umso mehr freute ich mich daher heute über das große Rosmarinbündel.

Den Kreislauf in Schwung bringen
Rosmarin ist ein schönes Heilkraut für diejenigen, die etwas schwach auf den Beinen sind: es ist stark energetisierend, macht wach, fördert die Konzentration und „puscht“.
Es fördert den Blutkreislauf, hilft bei müden, schweren Beinen, schmerzenden Muskeln  und steigert den Blutdruck.
Gut für diejenigen, die einen niedrigen Blutdruck haben und schnell „Sternchen“ beim Aufstehen sehen .
!!! Daher sollte Rosmarin in größeren Mengen,  nicht angewendet werden bei hohem Blutdruck!!!

Eine Tasse Rosmarin am Morgen: wach und warm
Als wachmachendes tonisierendes Kraut, ist eine Tasse Rosmarintee am Morgen, ein weitaus stärkeres Mittel als Espresso!
Auch denjenigen, die ständig frösteln und unter kalten Händen und Füßen leiden, hilft die morgendliche Rosmarintasse sehr.
Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, daß der Geschmack etwas gewöhnungsbedürftig ist, v.a. am Morgen…


Als warmes Frauenkraut regt Rosmarin den Eisprung an und fördert die Menstruation.
!!! Daher sollte Rosmarin nicht angewendet werden von Schwangeren und Frauen mit starker Menstruationsblutung !!!
Eine weitere, seit der Antike geschätzte Eigenschaft von Rosmarin, ist die Steigerung der sexuellen Lust. Hitze statt Frieren!

Rosmarin ist ein starkes Kraut und nach 4 Wochen ständiger Einnahme als Tee oder Tinktur, empfiehlt es sich eine Pause von 1 bis 4 Wochen, einzulegen.
Diese Pause ist bei den meisten Kräuteranwendungen sowieso angebracht, aber bei starken Kräutern umso mehr.

Rosmarintinktur selbstgemacht

Für eine konzentrierte Anwendung von Rosmarin und auch für äusserliche Einreibungen
( und für die Verwendung und dem Erhalt von frischem Rosmarin), ist eine Tinktur aus Rosmarin ideal. Diese kannst Du leicht selber machen!

Rosmarinzweige

Rosmarinzweige

1. Frischen Rosmarin von braunen Blättern und holzigen Ästchen befreien.
Ich verwende nicht nur die Blätter/ Nadeln, sondern auch die feinen Ästchen samt Blätter von den oberen Trieben, wenn diese nicht verholzt sind. Sieht schön aus und erspart Arbeit.

2. Blätter in ein sauberes (Einmach-) Glas geben.

3. Mit starkem Alkohol (mind. 36%)  auffüllen.
Die Blätter/Zweige sollten im Alkohol schwimmen können und vollständig bedeckt sein.
Für äusserliche Einreibungen, klannst Du einen billigen Wodka oder ( Doppel-) Korn nehmen;
für die innerliche Anwendung ist ein besserer Wodka/ Schnaps (also angenehmer/ neutraler im Geschmack und etwas teurer) sinnvoll, damit es nicht so grausam schmeckt.

4. Das Glas fest verschliessen und mit Inhalt und Datum beschriften.
Die Tinktur 4 Wochen in die Sonne stellen (z.B. Fensterbank) , regelmässig das Glas schwenken.DSC_0478_rosmarintinktur_etikett

5. Nach 4 Wochen die Mischung abseihen: am einfachsten 2 Lagen Papierteefilter in einen Trichter legen und in eine dunkle Glasflasche filtern. Dieses Glas auch beschriften, damit Du später weisst, was drin ist.
Du bekommst größere Braunglasflaschen mit Tropfverschluß z.B. in der Apotheke.

Haltbarkeit
Die Tinktur kann sich über Jahre halten, vorausgesetzt Du hast sauber gearbeitet.
Mehr zur Tinkturherstellung und Hygiene findest Du auch in meinem Artikel über selbstgemachte Gänseblümchentinktur und Kamillentinktur.

 

Selbstgemachte Rosmarintinktur

Selbstgemachte Rosmarintinktur

Anwendung

Zur innerlichen Anwendung täglich morgens und evtl. mittags 3-5 Tropfen auf die Zunge geben.
Zur äusseren Anwendung,  für den unmittelbaren Gebrauch, die Tinktur in einer Schüssel/ Tasse mit Wasser verdünnen, 1 Teil Tinktur auf 3 oder 4 Teile Wasser. Die unverdünnte Tinktur ist etwas aggressiver zur Haut, da sie ja etwa 30- 35% Alkohol enthält.
Damit Füsse und Unterschenkel einreiben oder schmerzende Muskeln.
Viel Spaß beim Herstellen deiner Tinktur mit dieser schönen kraftvollen Sonnenpflanze Rosmarin!

 

Und was sind Deine Erfahrungen mit Rosmarin? Wie wendest Du diese Heilpflanze an?
Ich freue mich auch über Ideen für vegane Kochrezepte mit Rosmarin. 😉

 

 

Advertisements

Über Eleni Giannakou

Heilpraktikerin, Kräuterkunde, Japanische Akupunktur, Massage, Aromatherapie, herbalist, alternative medicine, massage Therapist, japanese acupuncture
Dieser Beitrag wurde unter Heilpflanzen und ihre Wirkung, Heilpflanzen und Kräuter, Selbstgemachte Medizin aus Heilkräutern abgelegt und mit , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

8 Antworten zu Selbstgemachte Medizin aus Küchenkräutern: Rosmarin – Tinktur und Heilwirkung

  1. Gabriela schreibt:

    Hallo!
    Vielen Dank für die tollen Infos zur Rosmarin Tinktur. Ich habe zwei grosse Gläser gemacht. Eines mit teurem Vodka und eines ein wenig günstigerer Vodka, aber immer noch hohe Qualität. In einem Glas ist die Tinktur, welche ich am 04.10. gemacht habe bräunlich und beim anderen grün… Muss dazu sagen, dass ich den Rosmarin nicht nur geschnitten sondern auch noch etwas gemörsert habe damit die ätherischen Öle noch stärker rauskommen. Hätte ich das nicht tun sollen?

  2. Eleni Giannakou schreibt:

    Hallo Gabriela

    Ich freue mich, daß du die Tinktur ausprobiert hast! 🙂
    Zu dem Problem mit den verschiedenen Tinkturen kann ich erstmal nur Vermutungen anstellen: Es kommt immer auf die Stärke des Alkohols an: Also sollte der Alkohol einen etwa gleich hohen Alkoholanteil habe, mindestens 35 % besser 40 %.
    Sind die beiden Wodkas gleich stark vom Alkoholprozentsatz?
    Bei einem geringeren Prozentsatz kann die Tinktur schlecht werden, da die Pflanzenanteile den Alkohol verdünnen. Am Ende hat die Tinktur also nicht mehr 40% Alkohol sondern weniger und zwar abzüglich des Wasseranteils der Kräuter. Bitte frage mich nicht nach der genauen Berechnung, aber irgendwer hat das mal ausgerechnet und es gibt eine Formel (mal nach Schnapsbrenner/ Obstbrände selbstgemacht suchen. Obstbrand- und LikörherstellerInnen müssen v.a. bei Obst diesen Wassergehalt sehr genau berechnen).

    Daher mörser ich persönlich die frischen Kräuter nicht, da ich dann noch mehr Wasser und Feuchtigkeit „ausdrücke“, welche dann mit in den Alkohol kommt und diesen anschliessend noch mehr verdünnt. Ausserdem „breche“ ich beim Mörsern die Zellen der Pflanze stärker auf. Diesen Effekt wünsche ich mir bei einer Tinktur meistens nicht. Das ist jetzt nichts schlechtes, nur muss dann der Alkohol- und Wassergehalt genau berechnet werden.
    Alkohol ist immer ein Haltbarkeitmacher und auch ein Lösungsmittel um die ätherischen Öle und andere Stoffe aus der Pflanze „herauszuziehen“ und in die Tinktur zu bringen.

    Hast du frische oder getrocknete Kräuter verwendet? Frische Kräuter haben auch immer einen höheren Wasseranteil.
    Und waren die frischen Kräuter am selben Tag eingelegt worden oder ein Teil zu einem späteren Zeitpunkt?
    Waren die Kräuter von der selben Pflanze, dem selben Händler oder qualitativ unterschiedlich?
    Haben beide Tinkturen gleich lang und am selben Ort gestanden?

    Jeder Alkohol wird auch unterschiedlich hergestellt, aus unterschiedlichen Pflanzenteilen oder mit verschiedenen Qualitätsverfahren. Bei Wodka z.b. mit Kartoffeln oder Weizen, aber auch die Häufigkeit der Destillation ( 1 oder 2 mal) und auch die Art der Filtration und die Zugabe von weiteren Stoffen , spielt da eine Rolle. Das ganze nennt sich dann oft die Reinheit und Qualität des Alkohol und spielt auch eine Rolle bei der Verträglcihkeit beim und nach dem Trinken ( Kopfschmerzen/ Kater..)

    Aus diesem Grund schmeckt ja auch teurerer Alkohol oft besser als billiger.
    Aber so richtig kenne ich mich da auch nicht aus, da der Alkohol bei mir meist in den Kräuterzubereitungen landet. 😉

    Diese unterschiedliche Herstellung kann sich wiederum auch in der Farbe deiner Tinktur zeigen.
    Meine Rosmarintinktur ist z.B. auch eher braun und dunkelt auch noch nach.
    Ich denke das ist die „logischte“ Erklärung für die unterschiedliche Farbe, wenn alle anderen Faktoren sehr ähnlich waren.

    Am wichtigsten ist, daß kein Schimmel entsteht, die Gläser sauber und die Herstellungsweise hygienisch ist. Und die endgültige Prozentzahl der Tinktur noch hoch genug ist.

    Ansonsten denke ich, ist auch die braune Tinktur gut und verwendbar. Wenn du ganz sicher gehen willst, kannst du ja auch die braune Tinktur nur zur äusserlichen Anwendung verwenden.

    Ich hoffe ich konnte Dir damit helfen.
    Ich wünsche Dir viel Spaß mit Deinen Tinkturen und freue mich über Deine Erfahrungen damit, zu lesen. 🙂

    Schöne Grüße
    Eleni Giannakou

  3. Stephan schreibt:

    Hi! Zu welcher Tages- und Jahreszeit soll der Rosmarin am besten gepflückt werden? 🙂

  4. Eleni Giannakou schreibt:

    Hallo Stephan
    Vielen Dank für Dein Interesse an meinem Artikel und Deine Frage! 🙂
    Du kannst den Rosmarin sowohl vor, während als auch nach der Blüte pflücken. Es reicht wenn Du die grünen Nadeln verwendest, aber blühende Zweige sind auch möglich. Normalerweise stecken Pflanzen Ihre Kraft in die Blüte während der Blütezeit , aber der Rosmarin ist so intensiv, dass sich genügend Wirkstoffe und ätherische Öle auch während der Blüte in den Blättern befinden.

    Grundsätzlich gilt für das Pflücken von Kräutern: An einem trockenen Tag am Besten einen warmen Tag und dann vormittags bis mittags. An einem heissen Tag vor der Mittagshitze pflücken und nach dem Morgentau. In dieser Zeit hat die Pflanze ihr Aroma entfaltet.
    Immer gesunde Pflanzenteile vor dem Verwelken und trocken ohne Regentropfen oder Pilzbefall auswählen.
    Dies gilt vor allem wenn die Kräuter in Alkohol oder Öl eingelegt werden oder getrocknet werden sollen.
    Wenn Du die Kräuter gleich verarbeitest, z.B. zum Verfeinern von Speisen, machen ein paar Regentropfen nix aus.

    Somit kannst Du den Rosmarin eigentlich das ganze Jahr über pflücken wenn er grün ist, vor allem ab März bis November.

    Ich hoffe ich konnte Dir weiterhelfen, viel Spaß beim Pflücken und Anwenden von Rosmarin. 🙂

    Schöne Grüße
    Eleni Giannakou

  5. Anett Johanna schreibt:

    Ich habe, da ich den Duft von Rosmarin sehr liebe, einen Kräuterauszug mit 96,5 %igem Alkohol (unvergällt) hergestellt und nutze ihn zum Teil in selbstgemachten Parfums. Aber auch 5 – 10 Tropfen des Auszugs in einer Seife sind einfach genial – allerdings gebe ich bei Seifen noch einige kleingeschnittene Nadeln dazu.

  6. Eleni Giannakou schreibt:

    Hallo Anett Johanna,
    oh du bist eine der seltenen (?) Rosmarin-Duftliebhaberinnen.:-)
    Schöne Idee, statt ätherisches Öl die Tinktur zu verwenden. Sie riecht nicht ganz so intensiv wie das ätherische Öl und ausserdem eine tolle Selbstmach-Möglichkeit um den Duft des Rosmarins zu erhalten. Denn wer hat schon eine Destille zur Herstellung von ätherischen Ölen zuhause?
    Deine Seife sieht bestimmt toll aus.
    Gerade Rosmarin wird oft verkannt als Duft, dabei gibt diese Pflanze ein gewisses feuriges und herbes Extra in Parfumkompositionen. Und sie lässt uns wach und klar werden! :-))
    Danke für dein Kommentar.

    Schöne Kräutergrüße
    Eleni Giannakou

  7. Senta schreibt:

    Hallo..ich habe heute meinen Rosmarin zu Pulver vermahlen und würde gerne eine Salbe herstellen um schmerzende Muskeln einzureiben und auch eine Tinktur oder ein öl ansetzen… Sonne ist leider keine mehr da.. Reicht es die Flasche zur reifunguf die Fensterbank zu stellen oder muss ich bis zum sommer warten? Wie macht man eine gute salbe?

  8. Eleni Giannakou schreibt:

    Hallo Senta, vielen Dank für Dein Kommentar und die Nachfrage! Komme jetzt erst dazu Dir zu antworten.
    Rosmarin zu Pulver vermahlen und direkt in eine Salbe einrühren habe ich noch nicht ausprobiert. Die Frage ist wieviel der Inhaltsstoffe durch das Fett in der Salbe tatsächlich gelöst werden können ohne Erwärmung und ohne das das Öl zu sehr erhitzt wird.
    Du kannst Deine Tinktur oder Ölauszug auch im Winter ans Fenster stellen- kein Problem.

    Für eine Salbe kannst Du einen Ölauszug auch so herstellen: Pflanze und Öl in eine Glas-/ Keramikschüssel geben ins Wasserbad stellen und bei geringer Hitze ( das Wasser sollte nicht kochen) langsam erwärmen und das über mehrere Stunden. Das Ölgemisch sollte maximal um die 45 – 60 °C erwärmt werden um die Inhaltsstoffe nicht zu beschädigen.
    Das habe ich letztens erst mit einer Aromatherapieklasse mit Ringelblumöl zum Salbenrühren gemacht -mangels Zeit.
    Das Salbenrühren ist ein bischen wie kochen- Du kannst eine ganze Wissenschaft darus machen und total neuartige Inhaltsstoffe verwenden oder einfach Butter, Wachse, Öle nehmen.
    Eine Salbe rühren ist auch einfacher als eine Creme- hier kommt noch Wasser dazu , was eine sehr genau Vorgehensweise braucht.

    Einfaches Rezept für Salbe:
    60- 80 % Butter, Wachse im Wasserbad schmelzen
    20 – 40 % Öl / Ölauszug (Mazerat) dazu
    plus Inhaltsstoffe wie ätherische Öle, Tinktur, … dazugeben.
    In Salbentöpfchen füllen und ohne Deckel abkühlen lassen.

    Je mehr Öl Du nimmst und umso weicher die Wachse sind umso weicher wird die Salbe.
    Als Wachse/ Butter eignen sich Bio und Fair-Trade Kakaobutter, Sheabutter, Kokosbutter ( sehr weich weniger Öl nehmen), Mangobutter, etc.

    Wichtig ist auch beim Salbenrühren : Immer hygienisch arbeiten und anschliessend Salbe nur mit sauberem Löffel entnehmen. So bleibt sie länger haltbar.

    Ein paar Rezepte gibt es auch hier
    https://www.meinekosmetik.de/rezepte/creme.html#salbe
    Dort kannst Du auch Inhaltsstoffe kaufen.

    Ich hoffe ich konnte Deine Fragen beantworten.
    Viel Spaß beim Herstellen! 🙂

    Schöne Grüße
    Eleni Giannakou

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s